Strahlenbelastung

Mögliches Strahlenrisiko in der Ausbildung und im späteren Beruf
Eine Strahlendosis mit Schädigung des Organismus oder der Erbanlagen kann ausgeschlossen werden.
Medizinische-technisches und ärztliches Personal der Radiologie wendet Strahlung in der Medizin an. Die Strahlenexposition von Personal und damit eventuelles Gesundheitsrisiko unterliegt dabei anderen Gesetzen als die der Patienten. Medizinisches Personal befindet sich, im Gegensatz zu Patienten, grundsätzlich außerhalb des primären Strahlenganges. Je nach Art der Untersuchung ist allerdings mit einer Streustrahlung in niedriger Dosis zu rechnen. Die Vorschriften des Strahlenschutzes für Geräte und Personal stellen sicher, dass - auch nach jahrzehntelanger Tätigkeit- z.B. beim Tragen von Bleischürzen keine Schädigung des Organismus bzw. der Erbanlagen eintritt. Eine Reihe von Maßnahmen garantiert schon während der Ausbildungszeit, wie im gesamten Berufsleben, die Einhaltung der Strahlenschutzvorschriften z.B. durch Tragen von persönlichen Dosismessgeräten, die individuell abgelesen und protokolliert werden.
Zum einzelnen:
1. In der Strahlentherapie werden die höchsten Strahlendosen dem Patienten appliziert. Hier ist die potentielle Gefährdung des medizinischen Personals gleich Null, da dieses außerhalb in abgeschirmten Räumen arbeitet.
2. In der Nuklearmedizin werden radioaktive Substanzen in den Körper eingebracht und Messungen am Patienten vorgenommen. Hier ist eine minimale Strahlendosis für das medizinische Personal denkbar, die jedoch durch die genannten Strahlenschutzmaßnahmen praktisch zu vernachlässigen ist.
3. In der Radiologischen Diagnostik wird zwischen Verfahren mit (wie z.B. Computertomographie und Projektionsradiographie) und ohne (wie z.B. Magnetresonanztomographie und Sonographie) ionisierender Strahlung unterschieden. In der vor allem heute relevanten röntgenologischen Schnittbilddiagnostik (Computertomographie) tritt für das Personal überhaupt keine messbare Strahlung auf, da dieses sich während der Untersuchung grundsätzlich außerhalb des Untersuchungsraumes aufhält. Ähnliches trifft für die Magnetresonanztomographie (MRT) zu, die überhaupt keine Röntgenstrahlung produziert. In der Projektionsradiographie assistiert medizinisches Personal bei manchen Untersuchungen wie z.B. bei durch Röntgendurchleuchtung gesteuerten Eingriffen am Blutgefäßsystem (Angiographie). Hier ist unter Umständen mit einer sehr geringen Strahlendosis zu rechnen, die durch gerätetechnische und persönliche Strahlenschutzmassnahmen in den letzten fünf Jahrzehnten minimiert wurde und zudem laufend verbessert wird.
Die in der Laienpresse gelegentlich geschürten Zweifel an der Wirksamkeit von Strahlenschutzmaßnahmen sind nicht berechtigt. Eine Ausbildung im radiologischen Bereich kann eine künftige vielseitige und interessante Tätigkeit verknüpft mit faszinierenden Entwicklungsmöglichkeiten und einem berufsrechtlich gesicherten hohen Sicherheitsstandard am Arbeitsplatz anbieten. Jeden, der sich zu diesem Beruf hingezogen fühlt, kann man nur ermutigen, sich dieser fundierten Ausbildung zu unterziehen.
Als MTRA-Schüler (in) lernen Sie mit Röntgen-und anderer Strahlung umzugehen, unnötige Strahlendosis für Patienten und Personal zu vermeiden und können einen wichtigen Beitrag für moderne medizinisch radiologische Anwendungen leisten. In einer Welt in der nichts risikofrei zu haben ist, suchen wir verantwortungsbewußte junge Menschen, die gern den Dienst am kranken mit profundem Verständnis für physikalische Zusammenhänge verknüpfen wollen.
Prof. Dr. med. G. Kauffmann

