Staatlich anerkannte Logopädin, staatlich anerkannter Logopäde

Berufsbild

Logopädinnen und Logopäden arbeiten im Bereich des Gesundheitswesens und gehören zu den nicht-ärztlichen Medizinalfachberufen.

Logopädin

Aufgaben

Logopädinnen und Logopäden beschäftigen sich mit allen Formen der Kommunikation und deren Störungen, beispielsweise mit der:

  • ausführlichen Diagnostik mit logopädischer Diagnosestellung
  • Therapie der Patienten mithilfe geeigneter therapeutischer Verfahren
  • Entwicklung individueller Therapiepläne für Menschen jedes Alters mit Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen, die organisch oder funktionell verursacht sind, sowie Hörstörungen und zentral auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen.
  • Die Beratung der Betroffenen, der Eltern und der Angehörigen gehört ebenfalls zu ihren Aufgaben.
  • Prävention im Bereich Sprache und Stimme ist ein weiteres Aufgabengebiet.

Ausbildung

Es handelt sich um eine Vollzeitausbildung in deren Verlauf fünf externe Praktika absolviert werden. Die Ausbildung schließt nach drei Jahren mit einer staatlichen Prüfung ab. Sie besteht aus einem praktischen, schriftlichen und mündlichen Teil.

Seit 2019 erhalten die Auszubildenden der Schule für Logopädie am Universitätsklinikum Heidelberg Ausbildungsvergütung (Stand 01.01.2021)

1. Jahr 1.095,24 €

2. Jahr 1.155,30 €

3. Jahr 1.252,03 €

 

 

 

Theoretische Ausbildung

Die dreijährige Ausbildung umfasst mindestens 1.740 Stunden theoretischen Unterricht in folgenden Fachbereichen:

Schule für Logopädie
  • Logopädie
  • Phoniatrie
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
  • Audiologie, Pädaudiologie
  • Anatomie, Physiologie, Pathologie
  • Phonetik, Linguistik
  • Pädiatrie, Neuropädiatrie
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie
  • Kieferorthopädie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
  • Elektro-Hörgeräteakustik
  • Soziologie
  • Aphasiologie
  • Psychologie, klinische Psychologie
  • Pädagogik, Sonderpädagogik
  • Berufs-, Gesetzes- und Staatsbürgerkunde
  • Stimmbildung
  • Sprecherziehung

Praktische Ausbildung

Die praktische Ausbildung umfasst zirka 2.100 Stunden.

Die Schule für Logopädie befindet sich in der Kopfklinik des Universitätsklinikums Heidelberg und gewährleistet somit eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis.

Im praktischen Unterricht werden die Auszubildenden gezielt und individuell auf die Arbeit mit Patienten vorbereitet. Sie diagnostizieren und therapieren ambulante und stationäre Patienten aus verschiedenen Abteilungen und Kliniken (beispielsweise Phoniatrie, Neurologie, HNO, Radiologie). Die Diagnostiken und Therapien werden engmaschig von der jeweiligen Fachlehrlogopädin supervidiert.

Regelmäßige Hospitationen bei allen Störungsbildern während der gesamten Ausbildung sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil.

Musiktherapie, psychologische Selbsterfahrung und Gesprächsführungstechniken sind weitere Ausbildungsinhalte.

Logopädin mit Patient

Ausbildungsbeginn, Voraussetzungen, Bewerbung

Die Ausbildung beginnt jedes Jahr am 01. Oktober. Die Plätze für 2021 sind bereits belegt.

Zur Berufseignung gehören:

  • fehlerfreie Artikulation
  • belastbare Stimme
  • gute Musikalität und rhythmisches Empfinden
  • körperliche und psychische Belastbarkeit
  • Einfühlungsvermögen
  • kritische Urteilsfähigkeit
  • sprachliche Ausdrucksgewandtheit
  • normales Seh- und Hörvermögen

Voraussetzung für den Zugang zur Ausbildung:

  • Hauptschulabschluss mit abgeschlossener zweijähriger Berufsausbildung oder
  • Mittlerer Bildungsabschluss oder
  • Fachhochschulreife oder
  • Allgemeine Hochschulreife
  • Gesundheitliche Eignung und Nachweis der Immunität gegen Masern, Mumps, Röteln, Windpocken und Pertussis

Die überwiegende Zahl unserer Auszubildenden verfügt über Allgemeine Hochschulreife. Erfahrungen im medizinischen und/oder sozialpädagogischen Bereich sind wünschenswert.

Bewerbungen für den Ausbildungsbeginn 01.Oktober werden jeweils bis zum 15.Februar desselben Jahres entgegen genommen.

Bewerbungsunterlagen:

Bitte laden Sie den hier hinterlegten Aufnahmeantrag herunter und füllen ihn aus. Fügen Sie für eine vollständige Bewerbung dem ausgefüllten Aufnahmeantrag noch folgende Unterlagen bei:

  • Bewerbungsanschreiben
  • Passfoto mit Namen auf der Rückseite
  • aktueller, tabellarischer Lebenslauf
  • Darstellung Ihrer Motivation für die Ausbildung zur Logopädin / zum Logopäden (separates Dokument, nicht im Anschreiben inkludiert. Umfang ca. 1 DIN A4 Seite.
  • Schulabschlusszeugnis, ggf. letztes aktuelles Zeugnis
  • ggf. Anschlusszeugnis Berufsausbildung/Studium oder aktuelles Zeugnis
  • ggf. Arbeitszeugnis
  • Nachweis und ggf. Beurteilungen über Praktika

Bitte schicken Sie keine Originale sondern Kopien von Zeugnissen und sonstigen Nachweisen.

Wenn Sie Schulzeugnisse außerhalb Deutschlands erworben haben, müssen diese durch eine Behörde in das deutsche Notensystem transponiert werden. Fremdsprachige Unterlagen müssen übersetzt und beglaubigt sein.

Senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen mit dem Aufnahmeantrag an folgende Adresse:

Akademie für Gesundheitsberufe Heidelberg
Schule für Logopädie am Universitätsklinikum Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 400
69120 Heidelberg

Für Nachfragen:
Telefon 06221 56-7236
Telefax 06221 56-5732
E-Mail: afg.logopaedie@med.uni-heidelberg.de

Eignungstest

Der Eignungstest findet wie folgt statt:

  • Vorstellungsrunde in der Großgruppe mit Bewerberinnen und Bewerbern und Lehrlogopädinnen
  • Einzelgespräch
  • Überprüfung der Stimme und Musikalität
  • Kleingruppenarbeit zu einem Thema
  • Schreiben eines Aufsatzes

Der Eignungstest für die Ausbildung ab 01.10.2022 findet vom 07.03. bis 11.03.2022 statt.

Vereinbarungen zur Ausbildung

Mit Beginn der Ausbildung sind Sie Beschäftigte des Universitätsklinikums Heidelberg.

  • Sie haben 30 Tage Urlaub/Jahr
  • Sie erhalten eine Ausbildungsvergütung (s.o).
  • Sie können ein Job-Ticket oder MAXX-Ticket für den Verkehrsverbund Rhein-Neckar beantragen.
  • Zimmer im Personalwohnheim stehen zur Verfügung. Der Mietpreis liegt derzeit zwischen 130 und 220 € / Monat.

Perspektiven

Logopädinnen und Logopäden arbeiten

  • als Selbständige in eigener Praxis bzw. Praxisgemeinschaften
  • als freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder als Angestellte in logopädischen Praxen
  • in Arztpraxen
  • in Kliniken
  • in Rehabilitationseinrichtungen
  • in Therapiezentren
  • in Frühfördereinrichtungen
  • in sonderpädagogischen Einrichtungen
  • als Lehrlogopädinnen oder Lehrlogopäden an Schulen für Logopädie (eine Zertifizierung nach den Richtlinien des Deutschen Bundesverbandes für Logopädie (dbl) ist notwendig)
  • Logopädinnen und Logopäden mit Bachelor- oder Masterabschluss können zusätzlich in Wissenschaft und Forschung tätig sein